Amazons umstrittene Gesichtserkennungssoftware Rekognition hat in 28 Fällen die Gesichter von Kongressabgeordneten versehentlich als Verdächtige aus einer Datenbank festgenommener Amerikaner erkannt. Der grobe Fehlgriff der Software kam bei einem Test der Bürgerrechtsorganisation ACLU zutage. Rekognition wird Polizeibehörden zur Identifikation von gesuchten Straftätern angeboten und kommt in der Metropole Orlando bereits zum Einsatz. Die Bürgerrechtler glichen Bildern der insgesamt 535 Abgeordneten in Senat und Repräsentantenhaus mit der Datenbank ab, dabei produzierte Rekognition Fehlerkennungen bei Politikern aller Ethnien und Altersgruppen.
Besonders viele Schnitzer leistete sich die Software allerdings bei bestimmten Gruppen, berichtet ACLU:
Die falschen Übereinstimmungen betrafen übermäßig oft Menschen nichtweißer Hautfarbe […] Die Resultate zeigen, warum der Kongress die ACLU dabei unterstützen sollte, ein Moratorium für den Einsatz von Gesichtserkennung durch die Strafverfolgungsbehörden zu fordern. […] Eine Identifikation [durch die Software] – ob sie nun stimmt oder nicht – kann Menschen ihr Leben oder ihre Freiheit kosten.
